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16. September 2009, 19.30 Uhr
Johannes Brahms: Die Cellosonaten
Johannes Brahms

- Der rauchende Brahms am Klavier
von Willy von Beckerath, 1911. Dessen Vater besaß in Rüdesheim ein Weingut und brachte dem Komponisten einmal eine spinnwebige Weinflasche mit den Worten: „Das ist der Brahms unter meinen Weinen“. Und erhielt die Antwort: „Na, dann stiften Sie doch lieber mal eine Buddel vom ollen Bach.“
Brahms wurde 1833 in Hamburg geboren, wo er sich zu einem pianistischen Wunderkind entwickelte. Er begann Klavierwerke zu komponieren, die unter Pseudonymen und fiktiven höheren Opuszahlen erschienen. Auf seiner ersten großen Konzertreise 1852 lernte er den Geiger Joseph Joachim kennen, der ihm riet, seine Kompositionen dem Ehepaar Schumann zu präsentieren. Robert erkannte in einem hymnischen Artikel in dem Zwanzigjährigen einen Berufenen mit Zauberstab, er mache „aus dem Klavier ein Orchester von wehklagenden und lautjubelnden Stimmen“. Zugleich entstand eine intensive, lebenslange Freundschaft zu Clara, die und deren sieben Kinder er nach Einweisung Roberts in eine Nervenheilanstalt und dessen Tod 1856 unterstützte.

- Scherenschnitt von Otto
Böhler: Brahms auf dem Weg ins Gasthaus „Zum rothen Igel“, wo er fast täglich zu Mittag aß.
Brahms zog im folgenden Jahr nach Detmold, wo sein erstes, nicht sehr erfolgreiches Klavierkonzert entstand. In seine Heimatstadt kehrte er 1859 zurück. Den Durchbruch zum anerkannten Komponisten brachte Ein deutsches Requiem, kommerziellen Erfolg der Verleger Fritz Simrock. Von Hamburg wandte er sich gekränkt ab, als er bei der Vergabe von Posten übergangen wurde. Schon 1862, als er mit der Komposition der ersten Sinfonie begann, hatte er seine Fühler nach Wien ausgestreckt. Dort wurde er Chormeister der Singakademie, 1873 Leiter des Singvereins – Ämter, die er nach kurzer Zeit wegen vielen damit verbundenen administrativen Aufgaben wieder abgab.
In der ersten Sinfonie setzte er sich mit Beethoven auseinander, als dessen Erbe er gesehen wurde: Das Wort von Beethovens Zehnter (Hans von Bülow) beleuchtet den Musikstreit, in dem gegen Liszt und Wagner Brahms, der Geiger Joachim und der Kritiker Hanslick eine absolute, dauerhafte Musik mit Resistenz gegenüber historischem Wandel proklamierten. Brahms starb 1897 und erhielt ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof.
Elizabeth Hopkins
Die gebürtige Schottin beginnt mit sechs Jahren Klavier zu spielen; mit elf Juniorstudentin am Londoner Trinity College of Music, wo sie das Abschlussdiplom mit Höchstauszeichnung gewann. Weitere Ausbildungen an der Münchner Hochschule für Musik bei Erik Then-Bergh und am Salzburger Mozarteum bei Kurt Neumüller.
Seit vielen Jahren Solopianistin im In- und Ausland sowie begehrtes Mitglied in Kammermusik-Ensembles. Rundfunk- und CD-Aufnahmen, darunter Beethovens Sonaten für Klavier und Violine (mit Boris Kucharsky, 4 CDs), die sie auch bei uns vorgestellt hat.
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf den seit 1996 von ihr gestalteten Gesprächskonzerten.
Allan Bergius
In München 1972 geboren, sang als Solist des Tölzer Knabenchores zahlreiche Sopranpartien unter Dirigenten wie Herbert von Karajan, Wolfgang Sawallisch, Leonard Bernstein, James Levine und Nikolaus Harnoncourt. Mit 13 Jahren gründete er ein eigenes Jugendorchester, das er sieben Jahre bei Konzerten im In- und Ausland leitete. Nach abgeschlossenen Cello- und Dirigierstudien in München und Köln folgten Engagements als Solo-Cellist bei den Düsseldorfer Symphonikern und als Kapellmeister am Theater Krefeld-Mönchengladbach. Gastdirigate führten ihn u. a. nach Aachen, Biel, Kassel, München und Nürnberg. Seit 2007 ist er stellvertretender Solo-Cellist des Bayerischen Staatsorchesters. Gleichzeitig übernahm er die musikalische Leitung von „ATTACCA“, dem Jugendorchester des Bayerischen Staatsorchesters.
Fotos vom 16. September 2009
Fotos: Rainer Köfferlein, Thomas Schwarz
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