Theaterarbeit mit blinden und sehbehinderten Menschen
|
|
Blinde und Sehbehinderte befinden sich bereits im Alltag in einer unfreiwilligen Bühnensituation
und ziehen rasch neugierige oder besorgte Blicke auf sich. Theaterarbeit hilft, durch spielerische
Erweiterung eigener sprachlicher und körperlicher Ausdrucksformen mit solchen Situationen
leichter umzugehen.
Die Darstellung starker Gefühle wie Angst, Freude oder Hunger trägt dazu bei, innere Spannungen zu kanalisieren und Blockaden zu lockern. Lautes Reden und Schreie haben auch von daher ihren Sinn,
wie denn überhaupt intensive Proben genauso wertvoll sind wie die eigentliche Aufführung.
Eine ernst zu nehmende Theaterarbeit, auch mit Sehgeschädigten, bietet jedoch zugleich eine künstlerische Perspektive. Ausgangspunkt ist
stets die Persönlichkeit des Darstellers, wobei Ungenormtes nicht abgeschliffen, sondern ebenso wie besondere Fähigkeiten als Potenzial erkannt wird. Bewährte Gestaltungsmittel sind chorisches Sprechen und choreografierte Schritte.
Dass Blinden die Inspiration durch nonverbale Kommunikationselemente weitgehend fehlt, stellt eine Herausforderung dar. Ziel bleibt dabei immer, "Blindheit" auf der Bühne nicht unsichtbar, sondern unwichtig zu machen. |
SWW-Theater
|
|
Seit dem Jahr 2002 gibt es das Theater-Projekt der SWW als arbeitsbegleitende Maßnahme unter Leitung der Werkstattleiterin Kunigunde Thiess.
Das Ensemble probt in jedem Jahr in der Regel ein Mal in der Woche. 
Der künstlerische Anspruch konnte durch die Verpflichtung von Profis wie der Regisseurin Sacha Anema und der Tänzerin Susie Wimmer kontinuierlich gesteigert werden. 2003 setzte Sacha Anema das Gedicht von Ernst Jandl erstmals in Szene.
Gastspiele führten die "Blindgänger" bislang in die Schweiz, nach Berlin und nun schon zum zweiten Mal zum Münchner "SpielLust"-Treffen. |
|
|
Das Stück
|
|
Das Stück setzt das Gedicht "ich heiße wie ich heiße wie ich heiße ..." des österreichischen
Sprachakrobaten Ernst Jandl (1925 – 2000) in Szene. Es spielt in einem Bahnhofs-Wartesaal, wo einander fremde Menschen
sich für kurze Zeit begegnen und die Erfahrung machen, dass Selbstverständliches leicht kippen kann.
Der Einsatz von Schwarzlicht sowie ein spezieller Musik-Mix unterstützen den Wechsel zwischen Traumsequenzen und
Rückkehr in die Wirklichkeit, die sich für die Reisenden nach ihren neuen Erlebnissen gleichwohl verändert hat. |
Mitwirkende
|
| am 7. Juli 2006 |
|
SWW-Theatergruppe "Die Blindgänger":
Marie-Luise Bähr
Astrid Daschner
Tamara Ebner
Carolin Essler
Stephan Larro
Julia Maier
|
|
Wolfgang Obrecht
Maryna Pevzner
Christiane Schimmel
Kunigunde Thiess
Susie Wimmer
|
|
| am 24. Juli 2006
|
|
SWW-Theatergruppe "Die Blindgänger":
Marie-Luise Bähr
Astrid Daschner
Tamara Ebner
Carolin Essler |
|
Stephan Larro Julia Maier
Maryna Pevzner
Kostja Podt
|
|
Christiane Schimmel
Kunigunde Thiess
Markus Wiedemann
Susie Wimmer
|
|
|
Technik: Marc Eitel
Regie und Choreographie: Sacha Anema |
Die Fotos von Thomas Schwarz entstanden bei den Proben am 8. Juni 2006 |
Bilder vom EventFotos: Rainer Köfferlein und Thomas Schwarz (zum Vergrößern auf das Bild klicken)
Flyer Gastspiel in der Black Box im Gasteig
nach oben
zurück
|