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Lesung

mit Cornelia Schweitzer
und Kaoru Yamamoto, Violine

Christoph Martin Wieland
Geschichte des Prinzen Biribinker

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Der Autor


Christoph Martin Wieland, geboren 1733, wächst in Biberach an der Riss auf. Schon mit acht Jahren liest er lateinische Texte und dichtet Verse. Nach kurzem Studium der Philosophie und Rechtswissenschaft Entscheidung für die Dichtkunst, gefördert durch mystische Frömmigkeit. 1752 bis 54 in Zürich Schüler von Johann Jakob Bodmer, dem einflussreichen Theoretiker. In Bern Hauslehrer. 1760 bis 69 Kanzleidirektor seiner Heimatstadt. Nach unglücklicher Liebe Heirat auf Drängen seiner Familie. Seine Dichtung wird ironischer und skeptischer. 1769 Philosophie-Professor und Regierungsrat in Erfurt. Die verwitwete Herzogin Anna Amalia holt ihn nach Weimar als Erzieher des Erbprinzen Carl August, der später seine Residenz mit der Berufung von Goethe, Herder und Schiller zum Musenhof ausbaut. Wielands Zeitschrift “Teutscher Merkur” wird zum Forum aufklärerischer Ideen. Der vorherrschende literarische Stil des Sturm und Drang veranlasst ihn, sich ins Privatleben zurückzuziehen. Ein 1797 erworbenes Gut mit Landwirtschaft überfordert seine finanziellen Verhältnisse. 1803 kehrt er nach Weimar zurück, wo er 1813 stirbt.

Das Werk


Die märchenhaften Erlebnisse des Prinzen Biribinker sollen in Wielands 1764 anonym erschienenem satirischen Roman Die Abentheuer des Don Sylvio von Rosalva den jungen Titelhelden in die reale Welt zurückholen und seine Heirat mit Dona Felicia ermöglichen. Denn auf Don Sylvio üben die geliebten Feenmärchen die gleiche Wirkung aus wie auf Don Quijote die Ritterbücher. Die Erzählung vom Prinzen mit dem seltsamen Namen (der jedoch magische Kraft verleiht) stellt daher das groteske Spiegelbild von Don Sylvios eigenem Schicksal dar: Don Sylvios Prinzessin verwandelt sich am Ende in eine reale Frau, Biribinkers Liebe dagegen gilt einem schlichten Milchmädchen, hinter dessen Erscheinung sich die Märchenprinzessin Galaktine verbirgt. Der Hochzeit stehen galante Abenteuer des Prinzen mit vier Feen (die den Elementen Luft, Wasser, Erde und Feuer zuzuordnen sind) entgegen. Erzzauberer Caramussal rettet ihn aus einer peinlichen Situation. - Das Phantastische erfährt bei Wieland gegen zeitgenössische Kritik eine ästhetische Rechtfertigung und die Antithese von Märchenillusion und Wirklichkeit wird mit Humor überspielt.

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Musikalische Begleitung






Johann Sebastian Bach (1685-1750)
   Partita für Violine solo Nr. 3, E-Dur, BWV 1006
     Preludio
     Loure
     Gavotte en rondeau

Fritz Kreisler (1875-1962)
   Scherzo Caprice op. 6

Eugène Ysaÿe (1858-1931)
   Ballade, Solosonate Nr. 3 op. 27

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
   Bourrée, BWV 1006

Fritz Kreisler
   Recitativo op. 6

Johann Sebastian Bach
   Gigue, BWV 1006



Nach der Lesung besteht bei einem kleinen Imbiss die Gelegenheit zum Gespräch mit den beiden Künstlerinnen.




Die Interpreten



Cornelia Schweitzer, 1956 in München geboren, absolvierte ihre Schauspielausbildung in Stuttgart an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Engagements an verschiedenen deutschsprachigen Theaterbühnen, u.a. dem Staatstheater Stuttgart. Lehraufträge an Hochschulen im Bereich Kulturpädagogik und Sprecherziehung. Bühne, Kamera und Mikrofon sind der Dozentin für Medienpraxis gleichermaßen vertraut.

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Kaoru Yamamoto aus Toyama (Japan) begann im Alter von fünf Jahren mit dem Geigenunterricht. Ihr Hochschulstudium führte sie von Tokio nach München und Freiburg, wo ihr eine wertvolle Violine anvertraut wurde. Vielfach bei Wettbewerben erfolgreich, ist die Dozentin für Meisterkurse international gefragt. Als Solistin und Kammermusikerin tritt sie regelmäßig in renommierten Konzertsälen der Welt und im Fernsehen auf. zum vergrößern klicken


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