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Lesetheater
Karl Kraus
Die letzten Tage der Menschheit
| Der Autor |
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Karl Kraus, geboren 1874 in Böhmen, lebte von Kindheit an in Wien und ist dort 1936 gestorben. 1899 Austritt aus der
jüdischen Religionsgemeinschaft. Im gleichen Jahr gründete er die Zeitschrift "Die Fackel" und war seit 1911 ihr
alleiniger Autor, der 37 Jahre lang alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens analysiert und kritisiert. Seine scharfzüngigen
Beobachtungen in Glossen, Essays und satirischen Aphorismen ("Der Skandal fängt an, wenn die Polizei ihm ein Ende macht.") |
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machten ihn berühmt und berüchtigt. Zu Beginn der 30er-Jahre warnte Kraus vor der drohenden Entmenschlichung durch den
Nationalsozialismus, kritisierte jedoch auch die Politik der Sozialdemokratie. Er begriff seine publizistische Tätigkeit
stets auch als Kampf gegen die Doppelmoral von Justiz und Presse und für die Reinheit der Sprache.
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| Das Werk |
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Während des 1. Weltkriegs wird "Die Fackel" mehrmals konfisziert, weil Kraus in ihr eine pazifistische Haltung
vertritt und die österreichische Kriegspolitik scharf kritisiert.1916 beginnt Kraus mit dem "Theater der Dichtung".
Er rezitiert vollständige dramatische Texte, um auf das historische Sprachbewusstsein früherer Zeiten zu verweisen,
weil er in seiner eigenen Epoche eine wachsende Sprachlosigkeit erkennt.
Zur gleichen Zeit entstehen große Teile der "Letzten Tage der Menschheit", basierend auf Glossen, Essays, Aphorismen und
Gedichten, die in der "Fackel" veröffentlicht worden waren. Die Tragödie in fünf Akten mit Vorspiel und Epilog umfasst
220 Szenen, in denen mehr als ein halbes Tausend Figuren der Zeitgeschichte auftreten.
Diese Repräsentanten einer entfesselten Unvernunft werden von Kraus ins Maskenhaft-Typische
stilisiert und tragen sprechende Namen wie Kommerzienrat "Wahnschaffe", Familie "Durchhalter" und Major "Metzler".
Unablässig wechselt der Schauplatz: Kraus führt uns in die Straßen Wiens und Berlins, in Kanzleien und Kasernen,
in Hinterhöfe und großbürgerliche Wohnungen, in Friseursalons und Redaktionen, in Vergnügungslokale und Truppenunterkünfte,
in Lazarette und Wallfahrtskirchen, in den Wurstelprater und eine Wiener Frauenklinik.
Mehr als ein Drittel des Tragödientextes hat Kraus aus Zitaten zusammengestellt, die Zeitungsmeldungen,
militärischen Tagesbefehlen, Verordnungen, Gerichtsurteilen, Anzeigentexten und Gedichtsammlungen entstammen.
Dies verleiht dem "Angsttraum" (ursprünglicher Untertitel) über eine Zeit, in der "Operettenfiguren die Tragödie der Menschheit
spielten" (Vorwort), große Authentizität.
Kraus selbst hatte eine Bühnenaufführung seines Stücks ohne Handlung und Entwicklung im
traditionellen Sinn zunächst nicht für möglich gehalten. So kam lediglich der Epilog 1923
zur Uraufführung. Der Autor arbeitete Ende der 20er-Jahre an einer gekürzten Fassung. Es folgten nach dem 2.
Weltkrieg Leseaufführungen, u.a. mit Helmut Qualtinger, und erst 1974, zum 100. Geburtstag, eine gefeierte
Inszenierung in Basel.
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| Die Interpreten |
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Roland Astor ist gebürtiger Salzburger ist seit über 30 Jahren Schauspieler. Zahlreiche Fernseh- und
Filmproduktionen, in denen er auch Hauptrollen übernahm, sowie Musicals und Hörspiele machten ihn bekannt. Gemeinsam mit
Kammermusik-Ensembles gestaltete er literarisch-musikalische Programme. Als Sprecher wirkte er mit bei Hörbuch-Aufnahmen, von
denen Büchners "Lenz" und eine Auswahl Goethe-Gedichte ausgezeichnet wurden. |
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Claus Obalski begann seine künstlerische Laufbahn 1977 an den Münchner Kammerspielen. Neben regelmäßigen
Theaterengagements tritt er vor allem in Rundfunk und Fernsehen auf. Zur Zeit entsteht eine Hörbuch-Ausgabe der Werke von
Ludwig Thoma. Als Kabarettist parodierte er zuletzt Franz Beckenbecker und Ulla Schmidt beim Promi-Derblecken bzw.
beim Salvatoranstich.
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Mit den "letzten Tagen der Menschheit" gingen beide Künstler wiederholt auf Tournee, die sie bis in die Vereinigten Staaten
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